Praxis
für Beziehungen, Liebe, Partnerschaft & Sexualität | Holger Niggemann

Gemeinsames Spielen festigt die Liebesbeziehung

Spielen sollte in eine Beziehung gehören. Dabei ist es egal, wie und was gespielt wird. Die Einen zocken gemeinsam an der Konsole, andere spielen klassische Brett- oder Gesellschaftsspiele. Wichtig ist, dass gespielt wird. Denn beim Spielen lernen wir unseren Liebesmenschen noch auf eine ganz andere Art kennen. Dazu kommt, dass wir über Spielen auch lernen, wie das Zusammenleben miteinander funktioniert. Will man immer nur gewinnen? Fehlt oft der Ehrgeiz? Können wir einander etwas gönnen? Oder nehmen wir Regeln und Grenzen zu ernst?

Beim Spiel lernten wir uns kennen

Sich kennenlernen, also sich so richtig kennen lernen mit all unseren Facetten gelingt häufig gut beim Spielen. Wenn wir so richtig im Spiel versunken sind, zeigen sich gut unsere Charaktereigenschaften. Wollen wir immer nur gewinnen? Wie sieht es mit Ehrgeiz aus? Können wir anderen etwas gönnen? Wie sieht es mit Regeln und Grenzen aus?

Brettspielfiguren und ein Würfel. Quelle Canva

Und was für uns gilt, gilt natürlich auch für die Person uns gegenüber – mit der wir das Spiel spielen. Wir können beim Spiel probieren, wie die andere Person auf unser Verhalten reagiert und werden umgekehrt auch selbst von der Person geprüft.

Art der Spiele

Dabei ist es aber nicht wichtig, ob man gegeneinander oder miteinander spielt. Ob noch andere Spielende dabei sind oder wir nur als Päarchen spielen. Auch die Art der Spiele ist relativ egal. Egoshooter und Ballergames an der Konsole eignen sich genauso wie Karten- und Brettspiele. Wichtig ist das gemeinsame Spielen.
Wenn ich gemeinsam mit meinem Mann Brettspiele zocke oder an der Konsole daddel, konnte ich schon sehr früh beobachten, dass mein Mann der ehrgeizige Gewinnertyp ist. Doch auch seine Frustrationsschwelle fiel mir schnell auf. Ich hingegen bin beim Spielen die angepasste Person. Na klar, gewinnen tue ich auch gerne. Aber ich lasse auch gerne mal mein Gegenüber gewinnen. Besonders, wenn es gut für mein gegenüber ist. Niemand will beim Spielen immer verlieren.

Verlieren & Gewinnen – Frustration

In einem Spiel stets zu verlieren, ist nicht schön. Ja, ich lasse mein Gegenüber auch mal absichtlich gewinnen und freue mich dann um so mehr über die Freude des Gewinnenden. Daher ist es auch nicht förderlich, wenn der Liebesmensch einen nie gewinnen lässt. Spielen hat immer etwas mit Kooperation zu tun (gemeinsam etwas Tun und Hilfsbereitschaft zeigen). Also lassen Sie Ihren Liebesmenschen auch mal gewinnen. Und wenn Sie immer am verlieren sind, lassen Sie sich erklären, wie Ihr Liebesmensch immer gewinnt. Auch bei Spielen am PC oder Konsole kann man seine Liebesmenschen unterstützen bzw. Unterstützung einfordern. Nicht jeder Mensch ist so begabt am Joystick oder Gamepad. Daher können wir uns zeigen lassen oder dem Anderen beibringen, wie am Besten mit dem Spiel umgegangen wird.

Spielen- eine Übung gegen Frustration

Wenn ich beim Rummy (Karten- bzw. Steinespiel) spiele und nicht rauskomme, wenn ich beim Mario Kart (Nintendo Konsole) immer verliere, kann das so frustrierend für mich sein. Manchmal habe ich dann gar keine Lust mehr auf eine weitere Runde. Geht es Ihnen auch mal so? Ja, dann willkommen im Club. Wir haben unsere Frustationsschwelle erreicht. Mal passiert dies schneller, mal langsamer. Und alle Menschen kennen diese Frustationsschwelle. Ab und an muss da einfach das Spiel abgebrochen werden. Doch was hilft uns am Besten, um die Frustration los zu lassen? Liebe Worte unserer Liebsten. Vielleicht kuscheln und schmusen. Und all dies fördert unsere Beziehung. Und gleichzeitig lernen wir unsere Frustration besser und länger auszuhalten bzw. auch, ihr etwas entgegen zu setzen. Denn, wenn wir in der nächsten Runde Mario Kart gewinnen oder doch endlich beim Rummy rauskommen, freuen wir uns um so mehr. Wir haben die Frustration besiegt und uns spielerisch daran gewöhnt, dass nicht immer alles so geschieht, wie wir wollen.

Spielen auch im Bett?

Sex kann durch Spielen auch viel spannender werden. Im Grunde schlüpfen wir in jeder Situation unseres Lebens in eine bestimmte Rolle. Und beim Sex haben wir meist auch eine bestimmte Rolle. Spielen beim Sex kann diese Rollen aufbrechen. Am geeignetsten sind dabei Rollenspiele. Nur sollte nun die uns beim Sex zugewiesene Rolle nicht die sein, welche wir sowieso immer inne habe. Wie wäre es z.B. wenn mal der Liebesmensch dominieren darf oder Sie mal die dominante Person im Bett sein dürfen? Probieren Sie sich aus! Und wenn es dann doch nichts für Sie ist: gemeinsames Lachen über die Situation ist auch etwas schönes!


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